• Bei Seung-Hwan OHs fesselnden Fotografien waren Pilze am Werk!

    Was passiert, wenn Fotografen mit mikrobiologischen Forschungsstrategien experimentieren, das zeigt Seung-Hwan OHs beeindruckende Serie "Impermanence". Was mich bei diesen Arbeiten am meisten fasziniert, sind die dramatisch verkrusteten Farbschlieren. Wie hat er die so hinbekommen? Antwort: Mit Pilzen!

  • ABVH verwandelt echte Banksys in animierte GIFs

    Den Status von ABVHs Animated Banksys kann man nicht anders als viral bezeichnen, denn sie haben sich seit ihrer Veröffentlichung auf dem Tumblr des serbischen Medienkünstlers rasend schnell im Netz verbreitet. Kein Wunder, denn durch die hinzugefügten Bewegungsabläufe bekommen die an sich schon sehr narrativen Street Art Motive einen noch dynamischeren Anstrich.

Experimental Types: Schriftdesigns erfinden wie... Jerome Corgier

  
„The quick brown fox jumps over the lazy dog.“ Dies ist wohl die einzige Redewendung, die nicht aufgrund ihrer sinnstiftenden Bedeutung überall zu lesen ist, sondern weil sie jeden Buchstaben des Alphabets enthält. Deshalb wird dieser Satz gern verwendet, um neue Schriften vorzustellen und eines ist sicher: Damit der braune Fuchs und der faule Hund permanent ihr Fell wechseln können, kennen Grafikdesigner keine Grenzen, wenn es um das Kreieren neuer Schriftarten geht. Das experimentelle Schriftdesign boomt. Was da alles geht und wie man es präsentiert, das erfahrt ihr in der neuen Beitragsreihe: Experimental Type: Schriftdesigns erfinden wie...
Zum Start habe ich die skulpturale Space Paper Typography von Jerome Corgier ausgewählt. Sein cooles Projekt zeichnet sich nicht durch ein einheitliches Schriftdesign aus, sondern jeder Buchstabe hat eine eigene Form, dessen runde oder kantige Erscheinung sich durch die dreidimensionalen Papierschichten ergibt, aus denen er gemacht ist. Diese fügen sich durch kontrastreiche Tiefen und Erhebungen zu grafischen Mustern und lassen jeden einzelnen Buchstaben als kleines Kunstwerk erscheinen. Der Pariser Grafikdesigner sagt über seine Arbeit, dass er bei jedem einzelnen Exemplar so lange probiert, bis die Gesamtwirkung stimmt. Ein Blick in sein Portfolio zeigt, dass sich dieses Vorgehen gelohnt hat, denn seine Ergebnisse werden von Serie zu Serie komplexer und die Farbkombinationen gewagter.






 Bilder via Behance

Converse macht Andy Warhols Siebdrucke zum All Star


Museumsbesuch? Immer gut! Passendes Schuhwerk? Liefert Converse! Dass Chucks die perfekten Begleiter für einen Kulturtrip sind, ist kein Geheimnis. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis die legendären Converse All Star ihre Träger nicht nur zuverlässig zur Kunst bringen, sondern auch von ihr geziert werden. Wessen Motive könnten sich dafür besser eignen, als Andy Warhols Pop Art? Der visionäre Künstler des 20. Jahrhunderts wusste, wie man Kunst kommerzialisiert und siebdruckte sein eigenes Paar Canvas Chucks in den 80er Jahren in Serie. Jetzt schmücken seine berühmten Campbell`s Suppendosen die neue Chuck Taylor All Star Spezial Edition. Die Kollaboration entstand in Zusammenarbeit mit der Andy Warhol Foundation, die sich seit 1987 der Förderung Bildender Kunst widmet, und an die das Unternehmen einen Teil der Einnahmen spendet.
Wer seinen Füßen etwas von Andy Warhols 15 Minuten Ruhm abgeben möchte: die Schuhe gibt es ab 07. Februar in ausgewählten Stores und im Onlineshop.






"Gute Aussichten" in den Deichtorhallen sind dem Leben auf der Spur


Nah am Menschen. Wer wissen möchte, was dieses Thema für die zeitgenössische Nachwuchsfotografie bedeutet, der hat noch bis zum 8. März 2015 Zeit, die Hamburger Deichtorhallen zu besuchen und sich im Haus der Photographie die Ausstellung "Gute Aussichten - junge deutsche Fotografie 2014/2015" anzuschauen. Ich war heute da und fand die gezeigten Arbeiten so schrecklich ergreifend und auf ganz unterschiedliche Weise berührend, dass die nun schon zum 11. Mal stattfindende Ausstellungsreihe in diesem Jahr bei mir einen besonders prägenden Eindruck hinterlassen hat. Drei Beispiele: 

Bild oben: Andrea Grützner: Erbgericht, 2013/14. © Andrea Grützner
Kolja Warnecke: spuren. 2014. © Kolja Warnecke

Die Ausstellung beginnt mit 50 Fotografien von Kolja Warnecke. In seiner Serie "Spuren" dokumentierte der Hamburger Fotograf sechs Monate lang das Leben einer übergewichtigen Frau namens Bea. Wer gelegentlich im Netz unterwegs ist, der weiß, dass es heute nichts ungewöhnliches ist, über das Medium der Fotografie fremden Menschen zu folgen und auf diesem Wege Anteil an ihrem Leben zu nehmen. So bekommen wir auch hier Beas Wohnung, Beas Haustiere, Beas Kleiderrepertoire und Detailaufnahmen von Beas Schmuck, Beas Tattoos und Beas Körper zu sehen. Dennoch kann ich versprechen, dass diese Aufnahmen ein Kontrastprogramm zu allem darstellen, was wir an digitaler (Selbst-)Inszenierung gewohnt sind. Diese Lebensspuren sind so erdrückend authentisch, ungeschönt und voller Einsamkeit, dass ihre schonunglose Andersartigkeit kaum zum Aushalten ist. Leider bietet das Pressematerial hier kein repräsentatives Bild, aber die Serie findet ihr auch hier.

Katharina Fricke: Ein Tag im Oktober. Oder November. Oder Dezember. 2014. © Katharina Fricke

"13 alltägliche Wege der Bewohner des Bielefelder Stadtteils Sennestadt hat Katharina Fricke mit ihrer Kamera abgeschritten." Als ich diesen Satz im Programmheft las, ohne die 156 dazugehörigen Sepia- und Schwarz-Weiß-Fotografien aus der Serie: "Ein Tag im Oktober. Oder November. Oder Dezember" gesehen zu haben, ahnte ich schon was kommt. Vielleicht habe ich zu diesen kleinformatigen Arbeiten auch deshalb eine so große emotionale Bindung, weil meine ostwestfälischen Wurzeln beim tristen Anblick jeder einzelnen Häuserfassade, Garage, Einfahrt und jedes Leerstands amüsiert bemerkten: "Kenn ich, kenn ich, ja, so sieht es da aus" und ich mich zugleich an die unbeschreibliche Trostlosigkeit, Enge und alltägliche Eintönigkeit erinnert gefühlt habe, mit der ich diese Orte verbinde. Diese Arbeiten drücken für mich all die Gründe aus, warum ich schon immer den Wunsch gehegt habe, in die Großstadt zu flüchten.

Marvin Hüttermann: Es ist so nicht gewesen. © Marvin Hüttermann

Nach einem Streifzug durch das Leben von Bea und Bielefelder Wohnsiedlungen darf man sich auch beim Anblick der Fotografieserie "Es ist so nicht gewesen" von Marvin Hüttermann keine Illusionen machen. Zu sehen sind Ausschnitte von Leichen in Särgen, aber viel schlimmer als die konkrete Konfrontation mit dem Tod waren für mich die Arbeiten, auf denen dokumentiert ist, was übrig bleibt. Ein Wecker, der vielleicht den Todeszeitpunkt seines Besitzers anzeigt, eine geflieste Küche, die verrät, dass sich in diesem Haushalt seit dem Einzug vor 40 Jahren nichts mehr geändert hat, oder die Plastikbadehaube, die akkurat über dem Duschkopf hängt. Diese indirekten Verweise auf das, was Menschen nach ihrem Tod zurücklassen, bescheren Kopfkino hoch zehn. Bea und Bielefeld post mortem sozusagen. 
In Gegenwart von so viel menschlicher Nähe ist es nur allzu beruhigend, dass im letzten Ausstellungsraum die großformatigen Fotoarbeiten von Andrea Grützner warten. Ihre malerische Farbigkeit eröffnet nach so viel beklemmender Nestwärme einen erfrischend klar strukturierten Raum zum Luftholen.

Art Armada Weekend-Quicky: 5 Fakten über... Björn Holzweg


Werdegang: Björn Holzweg wurde 1979 in Leipzig geboren. Seine Jugend verbrachte er in Kiel, zum Studieren ging er nach Flensburg. Seit 2004 lebt und arbeitet er in Hamburg. Von dort aus versorgt er die Welt mit seinen bunten Statements und hatte Einzel- und Gruppenausstellungen in Hamburg, Berlin, Luzern und Tel-Aviv. 

Bevorzugte Technik: Da lässt er sich nicht festlegen. Sein Portfolio umfasst Skulpturen, Zeichnungen, Malereien, Installationen, Aquarelle und Murals. Sie alle vereint jedoch eine Liebe zu einfachen geometrischen Formen. Überhaupt ist es die Lieblingsbeschäftigung des Künstlers, die Welt in grafische Muster zu kleiden, denn sie symbolisieren seiner Meinung nach unsere Gesellschaft: berechnend, wiederholend und immerwährend. Deshalb lässt er sie auch gerne mal auswandern, auf Tierköpfe oder in den urbanen Raum, um dort zu lauern und zu wachsen.
  
Lieblingsthemen: Aktuell Tiere, Tiere, Tiere. Beim Jagen, Fressen oder Schieten. Eine bestimmte Message hat er nicht, ihn interessieren viel mehr die Reaktionen, die seine vielfältigen Arbeiten beim Betrachter auslösen.
 
Art Armadas Favorit: Natürlich der Hai namens "MS Hanna" aus modelliertem Keramiplast (oben im Bild). Eigentlich ganz schön frech, einen so gefährlichen Raubfisch mit lila-pinken Acryl-Dreiecken zu bemalen. Aber die kraftvolle Dynamik, mit der der Meeresgigant die dunkle Wasseroberfläche durchbricht, gibt ihm seine ungezähmte Stärke zurück und beides zusammen wirkt einfach spitzenklasse.

Good to know: Einen echten Holzweg kann man auch kaufen. Und zwar in der Affenfaust Galerie







Bilder via Behance

Achtung, in Achim Riethmanns Gemälden herrscht Ausnahmezustand!


Gasmasken, Straßenschlachten und Umweltkatastrophen gehören eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Bloggerthemen. Aber nachdem Google Drive gestern Abend meine animierte Slideshow lahmgelegt hat und ich haarscharf an einem Herzanfall vorbeigeschrammt bin, fühle ich mich bereit für eine Lektion in puncto  Weltuntergangsstimmung. Die muss nämlich nicht zwangsläufig als düsteres Flammeninferno inszeniert werden, sondern wirkt in bestechend scharfen Pastelltönen umso drastischer. Das beweisen die subtilen Gemälde von Achim Riethmann und lassen mit Serieniteln wie "Neon" oder "Werfer" nichts Gutes ahnen. Vielmehr illustrieren sie auch ohne laute Farben und rohe Bildinhalte eine Gegenwart, in der der Mensch Masken und Schutzanzüge braucht. Es gehört schon einiges an Mut dazu, solch bedrohlichen Themen mit Aquarellfarben und lasierend aufgetragenen Ölschichten zu begnen. Aber das formale Understatement des Berliner Künstlers geht auf. Die aggressive Leere in seinen Bildern lässt alles wie verstrahlt oder von gleißend hellem Licht überblendet erscheinen. Sein Pinsel funktioniert wie ein Skalpell, das mediale Schreckensbilder mit unfassbarer Präzision aus ihrem ursprünglichen Kontext isoliert und vor einem sterilen Hintergrund für sich stehen lässt. Strahlend schön im Anblick und zugleich offen für Projektionen individueller Schreckensvisionen. Eine Wucht. 











via Producers Artsale

"Dripped" - ein animierter Kurzfilm über Inspiration und die Geburt des Action Paintings


Ein Picasso zum Frühstück? Jack, ein erfolgloser Maler aus New York City, ernährt sich von Kunstwerken. Auf der Suche nach seinem eigenen Stil raubt er ein berühmtes Gemälde nach dem anderen aus dem Museum, um es sich anschließend einzuverleiben. Berauscht von ihrer inspirierenden Energie probiert er sich durch die gesamte Kunstgeschichte, bis alle Ideen verbraucht sind und er auf seine eigene Schöpferkraft angewiesen ist. Diese tritt zunächst nur widerwillig, dafür aber umso expressiver zu Tage, als er damit beginnt, Farbe in wilden Gesten auf die Leinwand zu spritzen. Das Action Painting ist geboren und "Jack the Dripper" alias Jackson Pollock wird mit seiner gleichnamigen Technik in den 1940er Jahren zum gefeierten Vertreter des abstrakten Expressionismus.
Léo Verriers kreiert mit seinem animierten Kurzfilm Dripped aus dem Jahr 2011 eine wundervolle Hommage an Jackson Pollocks Werdegang. Und nein liebe Kinder, Kunstwerke essen verleiht auch keine Flügel. Kunstwerke betrachten dagegen schon.


via Zeit Blog

Kunstbücher gestalten

Artdates

Die Zukunft der Kunst

#instastudio - im Atelier von