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Montag, 29. April 2013

Art Armada Turns Two Today!


Hip Hip Hurra! Art Armada wird heute Zwei. Und zur Feier des Tages gibt es einfach mal: NIX! Okay, das stimmt nicht ganz, denn mein Dank gebührt natürlich ein weiteres Mal euch allen da draußen für die wundervolle Unterstützung! Und auch wenn ich hier nicht täglich einen Post zustande bringe, ist dieser Blog in den letzten zwei Jahren für mich zu einem eigenen Kunstwerk geworden, auf das ich wahnsinnig stolz bin und in dem viel Herzblut steckt. Kurzum, ich muss das hier einfach (weiter)machen, auch wenn ich finde, dass es immer noch besser ginge. Aber das ist wohl die Lust und die Last des Produktivseins.
Passend dazu habe ich ein geniales Video aufgetan, das den unendlichen Work in Progress beim Kunstschaffen auf den Punkt bringt. Egal ob Schreiben, Malen, Designen oder sonstwie kreativ sein, irgendwie ist das Ding nie fertig, immer gibt es neue Themen zu erschließen, neue Künstler zu entdecken oder sich an neuen gestalterischen Problemen abzuarbeiten und der Anspruch der Perfektion ist dabei die Antriebsfeder, die dafür sorgt, dass wir uns nie zufrieden zurücklehnen, sondern immer weiter streben, um Schicht für Schicht, Wort für Wort, Strich für Strich zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Auf dass unsere Malgründe, Skizzenblöcke, Filme, Wände und Blogseiten auch in Zukunft nie leer bleiben!



TILT 'ENDLESS OBSESSION' from Montana Colors on Vimeo.

Sonntag, 28. April 2013

Into the Wild!

Sirens, acrylic on panel.

Ich habe diesen Post schon gefühlte 100 Mal umgeschrieben, weil sich einfach kein passender Anfang finden wollte. Zwar fallen mir zu Josh Keyes skurril verdrehten Akrylgemälden ständig neue Assoziationen ein, aber andererseits machen mich diese unglaublich realistischen und zugleich extrem unnatürlichen Dioramen so sprachlos, dass mir kein Aufhänger ausreichend erscheint, um dieses säuberlich aufgeräumte Durcheinander treffend zu beschreiben. Fest steht, hier geht es um eine verkehrte Welt, in der die natürliche Ordnung der Tiere aus dem Gleichgewicht geraten scheint und ein stetiger Renaturierungsprozess eingesetzt hat, der sich die urbanen Überbleibsel menschlicher Errungenschaften mit aller Gewalt Untertan macht. Und diese apokalyptischen Szenarien werden von dem US-amerikanischen Künstler in druckfrisch leuchtende Lebensraumquerschnitte gepresst, sodass sie wie künstlich eingelegt wirken. Dabei ist alles so schön, so absurd, so wütend, dass ein Funke ausreicht, um die ganze Welt in Brand zu stecken... nur um das Inferno gleich wieder auf der Leinwand zu konservieren.

Tangles IV, acrylic on panel.

Dienstag, 9. April 2013

Sweet and nostalgic Illustrations by Poppy & Red


Gestern war es definitiv auch im hohen Norden zu spüren: der Frühling kommt! Und mit ihm ein paar frische Muster aus dem Hause Poppy & Red. Das junge Label ist 2011 aus der Zusammenarbeit zwischen Anna Deegan und Paula McGloin hervorgegangen und hat sich auf verspielte Illustration spezialisiert. Dabei sorgen liebliche Vintagemuster, niedliche Blumen- und Tiermotive sowie eine reiche Farbpalette und ein Touch Nostalgie dafür, dass ihre Arbeiten vor Lebensfreude nur so sprühen. Die fröhlichen Kreationen des irischen Duos gibt es mittlerweile auch als Kissenbezüge, Grußkarten oder iPhone-Hüllen. Entdeckt mehr nach dem Jump.


Sonntag, 31. März 2013

Rainbow Misfits


Kann man mangaeske Kinderporträts allein mit einer sternenglitzernden Regina-Regenbogen-Farbpalette zu kleinen Dämonen machen? Die Antwort lautet schlicht und einfach: Ja! Wie das geht, zeigt uns die japanische Künstlerin Hikari Shimoda in ihren ultraflachen Ölgemälden. Ihre Motive sind einerseits absolut erschreckend, denn wir sehen üble Wunden, spitze Vampirzähne und animalische Mutationen. Anderseits versetzen uns die My-Little-Pony-Haarsträhnchen, die niedlichen T-Shirts und die zahllosen Kindchenschemata zurück in die Lilalaunewelt unserer Kindheit und sorgen für extremes Entzücken. Dabei schießen die eisig funkelnden Neonfarben in den Pupillen der dargestellten Sprösslinge definitiv den Freakvogel ab. Ein leichter Anflug von "Augenkrebs" ist hierbei vorprogrammiert und durchaus gewollt. In einem Bild ist übrigens ein Hase versteckt. Wer ihn findet, darf ihn behalten. Ich wünsche euch allen farbenfrohe Ostern!


Freitag, 29. März 2013

Pretty Movie Floorplans

Serienjunkies aufgepasst, hier ist ein kleiner Test für euch: Welchen Serienstars gehören diese Apartments? Na? Na? Ihr Füchse habt es bestimmt gleich erkannt, es handelt sich um die Wohnstätten unserer Lieblingshelden aus Sex and the City, How I Met Your Mother, Two And A Half Men und den Simpsons. Der spanische Interieurdesigner Iñaki Aliste Lizarralde aka Nikneuk hat sich tatsächlich die Mühe gemacht, die Grundrisse inklusive Raumausstattung in aller Genauigkeit nachzuzeichnen. Mit der Hand! Dazu gehört wirklich viel Sorgfalt, Fleiß und Liebe zum Detail, eben die Arbeit eines echten Fans. Fehlt eigentlich nur noch die Villa der Salvator-Brüder ;-)

Ach und habt ihr schon beim laufenden Gewinnspiel mitgemacht?

Donnerstag, 28. März 2013

Young Faces of Suspense

Pam (Detail)

Ölpastellkreiden gehören nicht wirklich zu meinen favorisierten Maltechniken. Allerdings hatte ich dieses Urteil gefällt, bevor ich gesehen habe, was Mercedes Helnwein damit anstellen kann. In ihrer Serie Temptation to be Good aus dem Jahr 2010 verbindet sie mit einem sehr temperamentvollen Strich Zeichnung und Malerei zu einem atemberaubenden Gesamtkunstwerk. Ihre überlebensgroßen Frauenporträts haben etwas sehr Ambivalentes. Auf der einen Seite erscheinen die akkurat frisierten Fräuleins mit ihrer biederen Anmut wie sakrosankte Jungfrauen. Aber die pulsierenden Farben, die harten Kontraste und ihr abgeklärter, mal überheblich, mal eher bösartig wirkender Blick lassen sie gleichzeitig wie verlockende Lolitas erscheinen, die mit Zurückhaltung und Schüchternheit nicht wirklich viel am Hut haben. Ihre perfekte 60er Jahre Twinset-Fassade scheint vielmehr bisher unausgesprochene Geständnisse und heimliche Wünsche überdecken zu wollen. In diesem Frauentyp vereinigen sich die Charaktere aus Hitchcockfilmen mit den Schwestern aus Sophia Coppolas The Virgin Suicides und den Frauen von Stepford. Allesamt mutieren sie zu unergründlichen Personen, die wunderschön anzusehen sind, aber einen dennoch eiskalt erwischen. Getreu des Filmstilmittels der Suspense kann man das drohende Messer im Rücken förmlich spüren. Und das gilt auch für die Bilder nach dem Jump.

Alice

Montag, 25. März 2013

Zum Abheben!

The Oyyo N°1 Cotton Dhurrie Collection: Never Ending Story. Photography by David Magnusson


Never Ending Story (Detail)


Eigentlich hat meine ToDo-Liste für heute gesagt, dass ich mein Portfolio schreiben soll. Da ich aber gerade so gar keine Lust darauf habe, übe ich mich lieber in Vermeidungsstrategien und suche stattdessen das Internet nach schönen Dingen ab, mit denen ich mich einrichten könnte. Dabei habe ich eine wundervolle Neuentdeckung gemacht, und zwar das 2011 gegründete Designstudio Oyyo. Die geschmackvollen Muster und die feine Farbigkeit ihrer handgewebten Teppichkollektion No. 1 sind einfach zum Verlieben. In ihnen vereinen sich traditionelle Handwerkstechniken aus Indien mit schlichtem zeitgenössischem Design aus Stockholm und das ist zudem 100% Organic! Damit möchte das schwedische Duo ein Zeichen für nachhaltige Herstellungsverfahren setzten: "We claim a re-engagement with the natural world and express our confidence in the productive wonders made possible thanks to cultural diversity." So viel Innovation klingt nicht nur vielversprechend, sondern macht auch Lust, in zeitlose Qualität zu investieren.

The Oyyo N°1 Cotton Dhurrie Collection: Bastian. Photography by David Magnusson


Sonntag, 24. März 2013

Freezed Movements

Hypnotized (2011).







     
In den faszinierenden Malereien des Züricher Künstlers Andy Denzler liegt wohl eine Störung vor. Sie sind inspiriert durch Filmstandbilder alter VHS-Kasetten, die während des Spulvorgangs angehalten wurden und deshalb so seltsam streifig und verwackelt aussehen. Seine Arbeiten verhelfen damit der längst überholten Video-Ära zu einem Comeback auf einer ganz anderen Leinwand. Wer hätte gedacht, dass deren verfremdende Eigenarten zwischen Stillstand und Bewegung mit einem derartigen malerischen Können so spannend inszeniert werden können? Ihre handwerkliche Umsetzung erinnert mich an die unscharfen "Abmalungen" Gerhard Richters und sie scheinen zudem beeinflusst durch Andy Warhols "Screen Tests".
In jedem Fall erzählt jedes Bild seine ganz eigene Geschichte, denn alle Charaktere waren im Begriff zu Handeln, sie hatten einen Entschluss gefasst, wollten aufbrechen, weiterstreben, bevor sie in Öl gebannt wurden. Jetzt sind sie in dieser alltäglichen Situation eingefroren und ihre ursprüngliche Absicht erhält etwas Passives, Melancholisches und Unvollendetes. Nun sind ihre Pläne, Träume und Ziele in weite Ferne gerückt und sie verharren in einem endlosen Moment sehnsüchtigen Wollens und Wartens. Nach dem Jump könnt ihr noch mehr Bilder bewundern.

The Goddes of Imaginery Light (2012).

Samstag, 23. März 2013

Weekend Tunes

 

SaMsTaG MoRgEn, die Sonne scheint, es sind Osterferien und ich habe gerade dieses ultracoole Video von Róisin Murphy entdeckt. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wann es veröffentlicht wurde oder was die Gute sonst gerade so macht, aber dieser Sound hat definitiv den richtigen Wochenendflow: Here we go!

Freitag, 22. März 2013

Neuer Lesestoff im März

  • Was gibt’s zu sehen? 150 Jahre moderne Kunst auf einen Blick von Will Gompert bei Dumont: 480 Seiten, 24,00€. In diesem süffisant geschriebenen Buch erklärt Will Gompertz erfrischend ungeniert, was moderne Kunst ist und scheut dabei auch vor respektlosen Fragen nicht zurück. Wie war das noch gleich mit Damien Hirst und seinem eingelegten Hai? Egal ob Monets Seerosen, Van Goghs Sonnenblumen oder Andy Warhols Suppendosen, der ehemalige Direktor der Londoner Tate Gallery kennt die wahren Geschichten rund um diese und andere Kunstwerke und hat keine Angst, sie auszuplaudern.  
  • Das trägt doch kein Schwein... Kleider in der Kunst von Sandra Danicke bei Belser: 64 Seiten, 16,95€. Hinter dem zugegeben etwas kitschig anmutenden Cover mit Nick Caves quirligem Staubwedel Untitled (Soundsuit) verbirgt sich ein geniales Buch zu textilen Materialien und kuriosen Bekleidungsformen in der Kunst. Dabei zeigen Erwin Wurms Strumpfhosenexperimente, Jana Sterbaks Fleischkleid oder Kronleuchter aus Unterhosen etwas andere Modetrends, die auf imposante Weise ihrer Funktion enthoben wurden. Dies macht die hier präsentierte Kollektion zwar in den seltensten Fällen tragbar, aber deshalb nicht weniger anziehend.
  • Meret Oppenheim. Retrospektive. Hrsg. von Bank Austria Kunstforum, Wien/ Martin-Gropius-Bau, Berlin: 312 Seiten, 39,80€. Fällt der Name Meret Oppenheim, denkt man sofort an das legendäre Frühstück im Pelz (1936). Dass die einflussreiche Künstlerin des 20. Jahrhunderts neben dieser mit Pelz bezogenen Tasse auch noch zahlreiche weitere Malereien, Skulpturen, Dichtungen und Designobjekte schuf, zeigt ihre umfassende Retrospektive. Als zentrale Vertreterin des französischen Surrealismus gehörten Metamorphosen zwischen den Geschlechtern oder zwischen Mensch und Tier zu ihren zentralen Themen. Darüber hinaus waren ihr eigensinniges  Œuvre und ihre faszinierende Persönlichkeit prägend für nachfolgende Künstlergenerationen, wie dieses Buch in eindrucksvoller Weise nachzeichnet.
  • Architecture Now! Houses. Vol. 3 von Philip Jodido bei Taschen: 416 Seiten, 39,99€. Wohnhäuser betrachten ist aufregend. Besonders dann, wenn es sich um 60 der visionärsten Privatgebäude der Welt handelt und in ihnen große Namen wie die Künstler Carsten Höller und Marcel Odenbach residieren oder sie von dem japanischen Megaarchitekten Tadao Ando entworfen wurden. Somit steht auch dieser atemberaubende Bildband seinen beiden Vorgängern in Punkto aufsehenerregende Zukunftsbauten um nichts nach. Einen ersten Einblick in die beeindruckende Welt dieser futuristischen Behausungen erhaltet ihr nach dem Jump.