Leben als... Schicksal? Spiel? Bestimmung? Zufall? Vorhersehung?



Wie verläuft ein Leben? Welche Möglichkeiten und Chancen eröffnet es? Gibt es einen Masterplan? Welchen Sinn hat unsere Existenz? Sind wir einzigartig? Was bleibt am Ende übrig? Mit diesen existenziellen Grundsatzfragen beschäftigt sich Christian Boltanskis jüngstes Werk "Chance", das derzeit im französischen Pavillon auf der 54. Kunstbiennale in Venedig gezeigt wird. Dort laufen zwischen einem raumfüllend installierten Metallgestänge zahlreiche Förderbänder mit Fotos von Neugeborenen wie Filmspulen auf und ab. Sie sind Stellvertreter für  individuelle menschliche Schicksale und zeigen einen Lebensweg von seinem Beginn über die bevorstehenden Höhen und Tiefen bis hin zu dessen Ende und Ablösung durch eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger in einem ewigen Kreislauf. Dementsprechend werden die täglichen Geburten- und Sterberaten der Menschheit auf zwei sich ständig aktualisierenden digitalen Anzeigetafeln in abstrakten Zahlen vergegenwärtigt. 
Leben entsteht und Leben vergeht. Diese Werkessenz ist ebenso simpel wie unbegreiflich. Deshalb kann sich das Publikum bei Boltanski auch im Web interaktiv am Auswahlspiel des Lebens beteiligen und die Karten neu mischen: Bonne Chance!

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