Hyperrealistic Sculptures by Sam Jinks


Mit den brutalst realen Geschöpfen des australischen Künstlers Sam Jinks greife ich das Thema des künstlichen Menschen gleich noch einmal auf. So ist das menschliche Bestreben, ein perfektes Ebenbild seiner selbst zu erschaffen, ein mythologisches Urthema. Dabei geht es stets um das Ausloten der Grenzen zwischen Realität und Abbild, Natürlichkeit und Künstlichkeit, Mensch und Monster, Lebewesen und Puppe, Individuum und Double. 
Sam Jinks Kreationen aus Silikon, Kunstharz und echten Menschenhaaren erfüllen durch ihre handwerkliche Perfektion die Illusion einer dem Original zum Verwechseln ähnlichen Mimesis. Nur kleine Proportionsverschiebungen und zusätzliche Verfremdungseffekte verraten, dass es sich hier um Slupturen handelt. Diese wirken extrem verstörend und sind auch für mich harter Tobak, denn trotz ihrer dichten Präsenz im Raum und ihrer beängstigenden Ähnlichkeit zu realen Menschen wirken sie in dieser Welt irgendwie fehl am Platz. Es scheint fast so, als könnten wir so viel schonungslose Realität im ewigen Kreislauf von Geburt, Altern und Tod garnicht ertragen.

Titel des obigen Bildes: Calcium divide (self portrait) 2011, 840cm x 600cm x 660cm, mixed media

Untitled (Baby), 2007, 76 x 53cm, silicon, paint & human hair


Untitled, 2007, silicon, paint & human hair

Tattooed Woman , 200, 90cm, silicon, paint & human hair

Duo, 2008, 130 x 28 x 19 cm, mixed media

Doghead, 2008, 30 x 140 x 60 cm, mixed media

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