Polaroids zu zerstören ist William Millers Lieblingsbeschäftigung



Ich finde es ist endlich mal wieder Zeit für einen Post zum Thema Fotografie. Nur haben wir es in William Millers Serie Ruined Polaroids nicht mit den allseits beliebten Sofortbildschnappschüssen zu tun, für die Polaroidkameras ja eigentlich bekannt sind, sondern mit genialen abstrakten Zufallsprodukten. Alles begann mit irgendeinem Flohmarktstand, an dem der New Yorker Fotograf eine gebrauchte Polaroid SX-70 Kamera erstand, die offenbar beschlossen hatte, ein Eigenleben zu führen und ab jetzt in Kunst zu machen. So spuckte sie entweder zwei Bilder gleichzeitig aus oder der Film verhakte sich im Getriebe, sodass die Bilder doppelt belichtet oder der Entwicklungsprozess gestört wurde. Daraufhin erkannte Miller das einzigartige Talent der Kamera. Er war von den unvorhersehbaren Endergebnissen so fasziniert, dass er daraus ein künstlerisches Projekt machte, in dem er versuchte, den raffinierten Ausdrucksabsichten der eigensinnigen Kamera auf die Spur zu kommen. Entstanden sind dabei wunderbare Kompositionen aus Farbschlieren und Strukturen in einem abenteuerlichen Kolorit, die geheimnisvolle Bildräume eröffnen und dabei doch ursprünglich nichts weiter waren als Abzüge, die nichts geworden sind.

William Miller: Ruined Polaroids via

William Miller: Ruined Polaroids via

William Miller: Ruined Polaroids via

William Miller: Ruined Polaroids via

William Miller: Ruined Polaroids via

6 comments:

  1. Ich frag mich, ob ich wohl die einzige bin, die sich beim Anblick der Bilder fragt, was sie auf einer normalen Kamera darstellen würden oder ob das nur daran liegt, dass ich von Kunst so wenig verstehe. Faszinierend sind die Bilder in jedem Fall!

    Liebe Grüße
    http://mwiefrechmops.blogspot.de/

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  2. wow, die Bilder sind auf ihre ganz eigenen Art echt wunderschön. Vor allem die Farben gefallen mir richtig gut :)

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  3. Diese Effekte sind das Ergebnis chemischer Reaktionen und "falscher" Belichtungszeiten, die in der Kamera ablaufen. Ähnliche Effekte kannst du auch im Fotolabor erzielen, wenn du z. B. (bereits durch ein Negativ belichtetes) Fotopapier noch einmal kurz der Sonne aussetzt (Solarisation) oder beim Entwicklungsprozess mit der Entwicklerflüssigkeit herumexperimentierst. Dann entstehen auch seltsame Flüssigkeitsspuren und Farbschlieren, die durch die Sonne oder einen ungleichmäßigen Auftrag der Entwicklerflüssigkeit entstehen. Das macht mega viel Spaß, weil man nie weiß, was am Ende rauskommt, aber so farbintensiv und mit so tiefen Strukturwirkungen wie hier habe ich das vorher auch noch nie gesehen.

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  4. Danke, aber ich brauch erst wieder Graffitifarbe und neue Marker, ich denk Montag geh ich in die Stadt und dann wirds mal wieder ne kleine Stickerinvasion geben :) Ich mag die "misslungen" Fotos übrigens total.

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  5. gefallen mir sehr gut! die farben sind toll und die "unfreiwilligen" muster auch

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