Review: P/ART 2013 in Hamburg


Am Wochenende war ich auf der P/ART - Producers Artfair in Hamburg. Dort fand auf dem an sich schon äußerst imposanten Fabrikhallengelände des Kolbenhofes zum ersten Mal eine junge Produzentenmesse statt, die mit innovativen Ideen der Kunstmessenlandschaft ein neues Gesicht verpassen will (mehr dazu hier). So wurden beispielsweise die 71 gezeigten Künstlerinnen und Künstler nicht durch Galerien vertreten, sondern waren selbst vor Ort, um den Besuchern Rede und Antwort zu stehen. Um dafür eine gemütliche Plauschatmosphäre zu schaffen, hatten sich die Veranstalter einiges einfallen lassen und in der 2000qm großen Ausstellungsfläche halbtransparente Kuben aufgestellt, in denen die Werke präsentiert wurden. Dies war zwar eine spannende Alternative zu den ewig gleichen Stellwandlabyrinthen, die es auf anderen Kunstmessen abzuschreiten gilt, sorgte aber auch dafür, dass es vor den einzelnen Arbeiten manchmal sehr beengt zuging. Trotzdem war die Stimmung äußerst lebendig und kommunikativ und bei leckeren Crêpes gab es zum kreativen Schnack über Herstellungsprozesse und künstlerische Konzepte auch noch ein paar Backtipps gratis dazu. 
Neben alten Bekannten wie Fabian Rook gab es für mich viele neue Positionen zu entdecken. Sehr gut gefallen haben mir die grandiosen Megatuschezeichnungen des Münchener Künstlers Hannes Heinrich und die geometrischen Landschaften in der Gemäldeserie "Modern Nature" von Florian Breetzke. Besonders nachhaltig beeindruckt hat mich außerdem die Fotoserie "Vom Bleiben", in der sich die beiden Hamburger Studenten André Giesemann und Daniel Schulz die Clubs der Republik vorgenommen haben, nachdem sich der Ansturm des feierwütigen Partyvolkes verflüchtigt hat. Was am Morgen danach übrig bleibt, sind versiffte Fußböden und karge Räume voller Leere und Ernüchterung und die schale Erinnerung an wilde Partynächte in legendären Locations, von denen einige heute garnicht mehr existieren. 
Ähnlich in den Bann gezogen haben mich die grotesken Keramikarbeiten der Hamburger Künstlerin Isabell Kamp. Ihre glasierten Gesichtsfragmente  waren, einer Wunderkammer gleich, in einem eigenen Kabinett installiert, wo sie im düsteren Dämmerlicht ihre schrecklich-schöne Wirkung voll entfalten konnten.
Abschließend leibt also nur zu hoffen, dass uns die P/ART Hamburg auch in Zukunft erhalten bleibt, denn für mich hat sich der Besuch in diesem Jahr mehr als gelohnt. Ein paar Eindrücke von diesem tollen Event findet ihr nach dem Jump.











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