Zum Dahinschmelzen: das Porzellan von Livia Marin


Wenn es so aussieht, als wäre Muttis bestes Tafelservice eines schönen Nachmittages mit seinem flüssigen Inhalt zu einer fluiden Masse verschmolzen, dann haben wir es mit Arbeiten von Livia Marin zu tun. Die Künstlerin aus Chile kreiert in ihren Serien Nomad Patterns und Broken Things Vasen, Tassen und Kännchen, die zerbrochen und wie ausgelaufen erscheinen, während die aufgedruckten Landschafts- und Blumendekore ihre ursprüngliche Form behalten haben. Es besteht aber kein Grund, ob des ruinierten "weißen Goldes" in Tränen auszubrechen, denn was hier miteinander verschmolzen ist, sind nicht nur Gefäß und Inhalt, sondern auch kulturelle und wirtschaftliche Verwicklungen. So verweist die in London lebende Künstlerin mit der Wahl ihrer Motive bewusst auf die Ursprünge der Porzellanherstellung in China, den Export der Luxusgüter nach Europa und ihre hiesige serielle Produktion bis hin zur standardisierten Massenware. Letztere wird durch ihre Eingriffe konterkariert, denn erst die geschmolzenen Bruchstücke machen aus gewöhnlichen Alltagsgegenständen wieder wertvolle Einzelstücke. Und sollten diese wundervollen Unikate wider Erwarten eines Tages in den Handel kommen, wäre ich die Erste, die sie kauft.









via Colossal

2 comments:

  1. Mir gefällt dein neues Blogdesign sehr gut! :)
    Super-schön aufgeräumt, das sollte ich bei meinem Blog auch mal wieder machen.

    Zu dem Post:
    Ich muss sagen, dass mir es zwar gefällt, mir der Stil aber so ganz und gar nicht. Klar könnte man es als Eyecatcher irgendwo hin-drapieren, aber da würden mir auch andere Gegenstände einfallen.

    ~ Nira

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    1. Danke, da habe ich auch so manche Stunde dran gesessen, bis alles so war, wie ich es haben wollte. HTML ist nicht so meine Lieblingsbeschäftigung...
      Bei dem Porzellan gefällt mir der Irritationseffekt so gut, aber ich stehe auch auf schmelzende Formen und hier ist das schon durchdacht gelöst.

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