Achtung, in Achim Riethmanns Gemälden herrscht Ausnahmezustand!


Gasmasken, Straßenschlachten und Umweltkatastrophen gehören eigentlich nicht zu meinen bevorzugten Bloggerthemen. Aber nachdem Google Drive gestern Abend meine animierte Slideshow lahmgelegt hat und ich haarscharf an einem Herzanfall vorbeigeschrammt bin, fühle ich mich bereit für eine Lektion in puncto  Weltuntergangsstimmung. Die muss nämlich nicht zwangsläufig als düsteres Flammeninferno inszeniert werden, sondern wirkt in bestechend scharfen Pastelltönen umso drastischer. Das beweisen die subtilen Gemälde von Achim Riethmann und lassen mit Serieniteln wie "Neon" oder "Werfer" nichts Gutes ahnen. Vielmehr illustrieren sie auch ohne laute Farben und rohe Bildinhalte eine Gegenwart, in der der Mensch Masken und Schutzanzüge braucht. Es gehört schon einiges an Mut dazu, solch bedrohlichen Themen mit Aquarellfarben und lasierend aufgetragenen Ölschichten zu begnen. Aber das formale Understatement des Berliner Künstlers geht auf. Die aggressive Leere in seinen Bildern lässt alles wie verstrahlt oder von gleißend hellem Licht überblendet erscheinen. Sein Pinsel funktioniert wie ein Skalpell, das mediale Schreckensbilder mit unfassbarer Präzision aus ihrem ursprünglichen Kontext isoliert und vor einem sterilen Hintergrund für sich stehen lässt. Strahlend schön im Anblick und zugleich offen für Projektionen individueller Schreckensvisionen. Eine Wucht. 











via Producers Artsale

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