Was bleibt von einem Ort, wenn wir ihn verlassen? Das malt Katrin Pieczonka



Stellt euch einen Ort vor, an dem ihr heute schon gewesen seid, und malt alle Informationen auf, die euch dazu einfallen! - Selbst wenn ihr das kleine Gedankenspielchen nur vor eurem inneren Auge durchführt, werdet ihr feststellen, dass in eurem Kopf kein gestochen scharfes Bild von diesem Ort erscheint, sondern nur eine gebrochene Erinnerung mit unscharfen Rändern. Diese lässt sich zwar bei weiterem Nachdenken um konkretere Details ergänzen, aber dennoch will es nie gelingen, einen Raum im Geiste eins zu eins abzubilden. Zumindest nicht, wenn man normalsterblich ist. 
Damit sind wir schon mitten drin in den aufregenden Malereien von Katrin Pieczonka. Die in Hamburg lebende Künstlerin sammelt Orte. Oder das, was davon übrig ist, wenn unser Gehirn sie als Erinnerungsfetzen wieder ausgespuckt hat. Auf diese Weise werden reale Plätze in Hamburg und ganz Deutschland zu abstrakten Landschaftsräumen mit vielen undefinierten Farbflächen und Leerstellen. Als Ansichtskarten taugen diese großformatigen Arbeiten also wenig, dafür zeigen sie aber auf eindrucksvolle Weise, wie unsere Erinnerung funktioniert. Und das ist doch der Grund, warum wir die Malerei so lieben.









via producersartsale

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