Constantin Schröders Gemälde sind echte Brainteaser


Da muss doch noch was hin! An Constantin Schröders Gemälden einfach vorbeizugehen, ist schlichtweg unmöglich. Erst locken sie das Auge mit prunkvollem Geschmeide, glänzenden Rüstungen, edlen Draperien oder opulentem Federschmuck. Dann kommen die weißen Flächen in den Blick. Und ehe man sich versieht, schnappt die Falle namens Leerstelle zu. Folge: Das Gehirn fährt Achterbahn, weil es die Lücken nicht einordnen kann und umgehend geschlossen wissen will. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass mich die Malereien des in Berlin lebenden Künstlers von Anfang an in ihren Bann gezogen haben. Sein Mix aus perfekt ausgearbeiteten Details in Kombination mit großzügigen Aussparungen treiben das Formprinzip der Auslassung auf die Spitze. Ganz besonders spannend sind die Diptychen, weil man sie nicht nur gedanklich ergänzen, sondern auch wechselseitig zueinander in Beziehung setzen kann. Ich glaube auf eine so spezielle Bildsprache kommt man auch nur, wenn man Theologie, Neuere Deutsche Philologie und Kunstgeschichte studiert hat.

Bildtitel oben: Indianer I + II, oil on canvas · je 80 x 60 cm · 2014

Schneekönig, oil on canvas · 135 x 100 cm · 2013

Helm I + II, oil on canvas · je 80 x 60 cm · 2013

Geist, oil on canvas · 140 x 140 cm · 2015

Engel, oil on canvas · 170 x 120 cm · 2014

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