Tiina Heiska schickt nicht nur ihre Protagoistinnen auf dünnes Eis


Schärfer als die Realität sind Tiina Heiskas Ölgemälde definitiv nicht. Wollen sie aber auch gar nicht sein, denn sie verschleiern lieber Informationen, als welche Preis zu geben. So erhaschen wir schemenhafte Einblicke in diffuse Szenerien, erahnen hier einen Wald, vermuten da einen Teich und zwischendrin tauchen immer wieder Mädchen in Spitzenröckchen auf. Weltvergessen tanzen, tollen oder liegen sie herum, als wüssten sie nicht, dass jemand zuschaut. Trotzdem sind sie immer so positioniert, dass ihre Gesichter unerkannt bleiben.
Als Vorlage für ihre Arbeiten dienen der Finnischen Künstlerin meist Fotografien, die sie selbst gemacht hat. Viel spannender finde ich aber die Art des Farbauftrags, mit dem sie diese eigentümliche Unschärfe erzeugt. Meist sind es nur ein paar breite, gezielt gesetzte Pinselstriche, die einen Körper konturieren und die hervorstechenden Kleider, Haare und Schuhe der Protagonistinnen durch leuchtende Weißhöhungen und Glanzlichter vom düsteren Hintergrund abheben. Aber auf mehr Klarheit können wir nicht hoffen, denn an anderer Stelle beginnen die kontrastreichen Kanten schon wieder zu verschwimmen und sich im geschummerten Nirgendwo aufzulösen. Ihr merkt, ich bin total verzaubert von diesen wunderlichen Spiegelflächen, auf denen uns diese Bilder herumirren lassen.










(via Escape Into Life)

2 comments:

  1. Sehr, sehr tolle Arbeiten! Aktuell beschäftige ich mich mit verschiedenen Techniken/Bildstilen für mein Romanprojekt – mit dem Fokus auf eben solche nicht 1 zu 1 abbildende Malerei. Sehr inspirierend, danke!

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    1. Freut mich! Dein Projekt hört sich sehr spannend an! Worüber schreibst du denn genau, wenn es ein Roman ist?

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